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Interessante Fakten über Kanada

Kanada ist ein weites Land, das zweitgrösste in der Welt, aber es hat nur 32 Millionen Einwohner. Kanada wurde ursprünglich von Briten und Franzosen besiedelt, hat aber im Lauf der Jahrhunderte einen Zustrom von Einwanderern aus vielen anderen Ländern erlebt. In the letzten beiden Jahrzehnten kamen die meisten Einwanderer aus Asien, Hongkong, Indien, Korea und den Philippinen, und in letzter Zeit aus China. Kanada ist wirklich eine multikulturelle Gesellschaft, wo Menschen aus den verschiedensten Kulturen, ethnischen Gruppen und Religionen harmonisch miteinander leben. Die Einwanderer kommen aus verschiedenen Gründen, aber vor allem wegen der Lebensqualität und des hohen Lebensstandards. 90% der Bevölkerung lebt in einem Gebiet, das nur zwei Stunden Autofahrt von der amerikanischen Grenze entfernt ist, während die Gebiete weiter im Norden dünn besiedelt sind. Die drei grössten Städte sind Toronto (in der Provinz Ontario), Montreal (in der Provinz Quebec) und Vancouver (in der Provinz Britisch Kolumbien) an der Pazifikküste. Ontario hat die meisten Einwohner (ungefähr 12 Millionen), gefolgt von Quebec mit ungefähr 7.5 Millionen Einwohnern. Die Provinz Alberta hat zwei grosse Städte, Calgary und Edmonton; beide erfahren rapiden Zuwachs, besonders seit dem Beginn der gegenwärtigen Hochkonjunktur in der öl– und Gasindustrie.

Ontario ist stark industralisiert und hat den grössten Teil der kanadischen herstellenden Industrie, z.B. die Automobil– und Stahlindustrie, hat aber auch einen beträchtlichen Technologiesektor (z.B. RIM, Nortel) und hat viele Arbeitsplätze im Finanz– und Geschäftswesen.

Quebec ist das Zentrum der kanadschen Textil– und Bekleidungsindustrie, ist aber auch Sitz der Firma Bombardier, die Bahn– und Strassenbahnwaggons und –lokomotiven und Flugzeuge herstellt, sowie der Druckindustrie (Quebecor World). Die Holzindustrie und der Tourismus schaffen weitere Arbeitsplätze.

Die Atlantikprovinzen leben vor allem von der Fischerei, aber sie entwickeln auch zunehmend öl– und Gasvorkommen und den Technologiesektor. Die Prärieprovinzen (Saskatchewan und Manitoba) sind bekannt für ihre weiten Weizenfelder und Unternehmen im Technologiesektor. Saskatchewan fördert 18% von Kanadas Öl und hat 45% von Kanadas bebaubarem Ackerland. Die Hälfte der Provinz ist bewaldet und hat 100.000 Seen in unberührter Naturlandschaft. Saskatchewan ist der grösste Produzent der Welt von Uran und Pottasche. Die Provinz hat ungefähr eine Million Einwohner, und das Pro–Kopf–Einkommen in der Provinz wird wahrscheinlich in diesem Jahr (2006) das von Ontario übersteigen.

Alberta, mit 3.2 Millionen Einwohnern, ist das Zentrum von grossen öl– und Gasvorkommen, insbesondere seit, mit dem Anstieg der ölpreise und mit Fortschritten in der Technologie, die Gewinnung von öl aus den riesigen öIsandvorkommen wirschaftlich geworden ist. Alberta ist jetzt die wohlhabendste Provinz in Kanada wegen der Hochkonjunktur in öl und Gas, und hat die höchsten Durchschnittseinkommen pro Haushalt und die niedrigsten Steuern. Beides zusammen wirkt wie ein Magnet für die Industrie wie auch für die Menschen. Wegen der sich ausweitenden Hochkonjunktur hat die ölindustrie 70.000 offene Stellen für Fachkräfte, die sie aus anderen Provinzen wie auch aus anderen Ländern anzuziehen gedenkt. Viele der Arbeitsplätze in der ölindustrie werden gut bezahlt ($30 bis $40 pro Stunde), einige sehr hoch bezahlt, z.B. Arbeitsplätze für Schweisser. Die Arbeitslosigkeit in Alberta ist auf 3.5% gefallen.

Die Wirtschaft in der Provinz British Columbia läuft auch auf Hochtouren, vor allem im Bergbau und in der Bauindustrie. Die olympischen Spiele werden im Jahre 2010 in Vancouver und im nahegelegenen Whistler, einem Wintersportort 130 km nördlich von Vancouver, stattfinden, und im Sommer 2006 wird mit dem Bau der nötigen Anlagen begonnen. Die Bauindustrie in British Columbia benötigt sehr viele Fachkräfte und Handwerker. Es wird damit gerechnet, dass es zwischen den Jahren 2006 und 2015 60.000 offene Stellen für Handwerker und Facharbeiter geben wird. Handwerkliche Berufe, die besonders gefragt sind, sind Stahlarbeiter, Maurer, Bauleiter, Bauunternehmer und Vorarbeiter.

Die Höhe der Steuern in Kanada ist vergleichbar mit der in westeuropäischen Ländern, sie ist aber unterschiedlich von Provinz zu Provinz, weil zusätzlich zu den Steuern der Zentralregierung (federal taxes) auch noch Steuern von den Provinzen erhoben werden. Die Steuern der Zentralregierung sind im ganzen Lande die gleichen, während die Provinzsteuern von den jeweiligen Provinzen festgesetzt werden. Alberta hat die niedrigsten Provinzsteuern, hat keine Verkaufssteuer, nur $400 Gerichtssteuer im Todesfalle für einen Nachlass von $500.000, hat keine Erbschaftssteuer und keine Steuer für die Umschreibung von Immobilien. Alberta hat die Grundsteuer für kommerziell genutzte Gebäude erniedrigt und hat die bei weitem niedrigste persönliche Einkommensteuerrate im Lande. Die höchste Steuerrate ist 39%, im Vergleich zu 43.7% in Ontario. Bei einem Familieneinkommen von $87.000 mit nur einem Verdiener ist die Gesamteinkommenssteuer in Alberta $18.157, in British Columbia $18.818, in Saskatchewan $20.878, und in Ontario $19.962. Bei einem Familieneinkommen von $150.000 mit nur einem Verdiener ist die Einkommenssteuer $44.385 in Alberta, $48.214 in British Columbia, $50.105 in Saskatchewan und $51.377 in Ontario.

Die Pazifikküste und Vancouver Island haben während des ganzen Jahres das mildeste wetter in Kanada; die Temperaturen fallen fast nie unter den Gefrierpunkt, und Schnee gibt es selten. Das Frühjahr beginnt früh und hält bis zu vier Monaten an. Aber Vancouver hat wegern der Berge auch viel Niederschlag (1.500 mm pro Jahr). Die Winter in den Prärieprovinzen, in Quebec und Ontario sind kalt, die Sommer sind heiss und trocken auf der Prärie, heiss und feucht in Ontario.

Kanada hat viele wertvolle Rohstoffe, und die gesamte Rohstoffindustrie läuft auf Hochtouren, weil China und Indien für ihre sich entwickelnden Industrien grossen Bedarf an Rohstoffen haben. Infolgedessen ist der kanadische Dollar, der bis auf 62 US cents gefallen war, während der letzten drei Jahre wieder stark angestiegen und steht jetzt bei fast 90 US cents für einen kanadischen Dollar. Die kanadische herstellende Industrie, die hauptsächlich in die USA exportiert, bekommt die Folgen des gestiegenen Dollars empfindlich zu spüren: es wird schwieriger, in die USA zu exportieren, und viele gutbezahlte Arbeitsplätze in der herstellenden Industrie sind bereits in Ontario verlorengegangen. Aber Stellen im Technologiesektor entwickeln sich und absorbieren die entlassenen Arbeitnehmer.

Nicht nur der Rohstoff–, sondern auch der Immobiliensektor läuft auf Hochtouren in Kanada, hauptsächlich wegend der niedrigen Zinsen seit 2000/2001. Am meisten gefragt sind Eigentumswohnungen, die übliche Anfängerimmobilie, wie auch Einfamilienhäuser. Gross–Vancouver hat weiterhin die höchsten Immobilienpreise im Lande. Im Februar 2006 kostete eine Eigentumswohnung in Vancouver im Durchschnitt $321.151, ein Reihenhaus $397.214, ein Einfamilienhaus $705.141. Die Preise von mehr als 66% aller Immobilien (Eigentumswohnungen, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser), die in Vancouver im Jahre 2006 verkauft wurden, lagen unter dem durchschnittlichen verkaufspreis von $490.000. Im Frasertal, östlich von Vancouver, sind die Preise niedriger: ein Einfamilienhaus kostet $484.516, ein Reihenhaus $266.560 und eine Eigentumswohnung $167.526. Im Januar 2006 lag in Ottawa der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus bei $245.787, in Calgary bei $263.579. In der Gegend von Waterloo/Ontario liegen die Preise zwischen $135.000 und $650.000. In Kanada leben etwa 60% der Bevölkerung in ihrem eigenen Heim (Wohnung, Reihenhaus, Einfamilienhaus). Die Hypothekenzinsen kann man nicht von der Einkommensteuer absetzen (im Gegensatz zu den USA), und die Grundsteuern sind, im Vergleich zu Deutschland, hoch, z.B. knapp $3.000 pro Jahr für ein Einfamilienhaus in Vancouver im Werte von $580.000, $2.050 pro Jahr für eine Wohnung im Werte von $500.000 in der Innenstadt von Vancouver, und ca. $6.000 pro Jahre für ein Einfamilienhaus im Werte von einer Million Dollar. Auf die Wertsteigerung des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung braucht beim Verkauf oder im Todesfalle keine Kapitalzugewinnsteuer gezahlt zu werden, aber das gilt nur für eine Wohnimmobilie pro Ehepaar. Es gibt keine Erbschaftssteuer, aber Kapitalzugewinnsteuern sind auf den Zugewinn jeglicher Vermögenswerte im Todesfalle zu zahlen, ausser, wie gesagt, auf das eigene Haus oder die eigene Wohnung.

Die meisten der folgenden Statistiken sind vom Februar 2006. Der durchschnittliche Stundenlohn für alle Arbeitnehmer (alle Ebenen) in British Columbia ist $19,81 (genauer: $21,80 für Männer und $17,83 für Frauen); die höchsten durchschnittlichen Stundenlöhne werden für leitende Stellen ($29,97), für Arbeitsplätze in den Naturwissenschaften und für Ingenieure ($26,81), in den Sozialberufen, im Erziehungswesen und für Beamte und Regierungsangestellte ($25,65) und im Gesundheitswesen ($24,54) gezahlt.

Der durchschnittliche Stundenlohn in Ontario war im Februar 2006 $20,58 (alle Ebenen); $32,06 für leitende Stellungen, $29,64 in den Naturwissenschaften und für Ingenieure; $26,54 in den Sozialberufen, im Erziehungswesen und für Beamte und Regierungsangestellte und $23,23 im Gesundheitswesen.

Die Stundenlöhne in Alberta im Februar 2006 haben die von Ontario überholt: $20,61 im Durchschnitt, $32,38 für leitende Stellungen, $30,11 in den Naturwissenschaften und im Ingenieurwesen; $24,86 in den Sozialberufen, im Erziehungswesen und für Beamte und Regierungsangestellte; und $22,23 im Gesundheitswesen.

Das Durchschnittsjahreseinkommen von Kanadiern mit abgeschlossener Universitätsausbildung war 2005 $48.648; im Vergleich dazu verdienten Arbeitnehmer, die nur Schulbildung haben, im Durchschnitt $25.470 pro Jahr. Das durchschnittliche Jahreseinkommen von kanadischen Männern lag im Jahre 2005 bei $39.100, im Vergleich zu $24.800 für Frauen. Der kanadische Durchschnittshaushalt gibt pro Jahr $61.152 aus, 19% davon für Unterkunft, 14% für Verkehrsmittel und 11% für Lebensmittel.

41% aller Kanadier leben in Häusern oder Wohnungen zwischen $100.000 und 200.000; 27% leben in Häusern, die $200.000 oder mehr wert sind; 23.5% der Kanadier leben in Häusern oder Wohnungen, die zwischen $50.000 und $100.000 wert sind.

Die meisten Kanadier, 65% oder 20.754.000 Einwohnern, leben in oder in der Nähe einer Grossstadt. Toronto ist mit 5.203.000 Einwohnern die bei weiten grösste Stadt in Kanada, danach kommen Montreal und Vancouver.

13% der kanadischen Bevölkerung gehören zu sichtbaren Minoritäten; 3,5% sind chinesisch, 3,1% kommen aus Südasien, 2,2% sind Schwarze und 1,1% sind Philippinos.

Viele Kanadier kennen sich gut in der Computertechnologie aus, 64% aller kanadischen Haushalte benutzen das Internet.